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Puppenhaare häkeln: vier Wege zur Frisur für deine Häkelpuppe

Von Crochet-Pdf.com··5 Min. Lesezeit

Ob lange Zöpfe, ein kurzer Bob oder wilde Locken: Hier lernst du vier Techniken für Puppenhaare an gehäkelten Figuren, welches Garn dazu passt und wie du Scheitel und Haaransatz planst.

Puppenhaare häkeln: vier Wege zur Frisur für deine Häkelpuppe

Puppenhaare für eine Häkelpuppe entstehen auf vier Arten: Du knüpfst Garnsträhnen mit der Häkelnadel einzeln in den Kopf, häkelst eine Haarkappe, die aufgenäht wird, arbeitest Korkenzieherlocken aus Luftmaschenketten oder nähst lange Strähnen entlang eines Scheitels auf. Welche Methode passt, hängt von Frisur, Garn und Zeit ab.

Die vier Techniken im Vergleich

TechnikErgebnisAufwandEignet sich für
Strähnen einknüpfendichte, offene Haare, frisierbarhochlange Haare, Zöpfe, Pferdeschwanz
Haarkappe häkelnglatte Kurzhaarfrisur, gut zu waschengeringKurzhaarschnitte, Stirnfransen, Mützenlook
Korkenzieherlockeneinzelne gedrehte LockenmittelLockenköpfe, verspielte Figuren
Strähnen aufnähengerade Strähnen mit sichtbarem ScheitelmittelMittelscheitel, glatte lange Haare

Vorher planen: Scheitel und Haaransatz

Bevor du irgendetwas befestigst, markierst du den Haaransatz am fertigen, gestopften Kopf. Stecke Stecknadeln entlang der Stirn, über den Ohren und im Nacken. Für einen Scheitel ziehst du eine Linie aus Nadeln von der Stirn zum Hinterkopf. So siehst du, wo Haare hinkommen und wo nicht, bevor du die erste Strähne setzt.

Arbeite das Gesicht vorher fertig. Augen, Nase und Wangen sind leichter zu platzieren, solange keine Haare im Weg sind. Wenn der Kopf noch an den Körper muss, kannst du das vor oder nach den Haaren tun; bei geknüpften langen Haaren ist es oft angenehmer, den Kopf vorher anzunähen, damit die Haare nicht im Weg hängen. Mehr zum Verbinden der Teile findest du in Amigurumi-Teile annähen.

Technik 1: Strähnen einknüpfen

Das ist dieselbe Knüpftechnik wie bei Fransen an einem Schal. Sie braucht Zeit, ergibt aber eine dichte, echte Haarpracht.

  1. Schneide Garnstücke in doppelter Haarlänge plus ein paar Zentimeter zu. Ein Stück Pappe in der gewünschten Länge hilft: Garn darumwickeln und an einer Kante aufschneiden.
  2. Stich mit einer kleinen Häkelnadel von oben unter einen Maschenfaden am Haaransatz und wieder heraus.
  3. Lege ein Garnstück in der Mitte gefaltet über die Nadel und ziehe die Schlaufe ein Stück durch die Masche.
  4. Ziehe die beiden Enden mit der Nadel durch die Schlaufe und zieh sie fest. Fertig ist ein Knoten.
  5. Arbeite Reihe für Reihe vom Haaransatz zum Scheitel, mit einer Masche oder einer Runde Abstand, je nachdem, wie dicht die Haare werden sollen.

Am Ende schneidest du die Haare in Form. Für Zöpfe teilst du sie in drei gleich dicke Partien und bindest sie unten mit einem Stück Garn ab.

Technik 2: Haarkappe häkeln

Eine Haarkappe ist eine kleine Mütze in Haarfarbe, die genau auf den Kopf passt. Du häkelst sie wie den oberen Teil des Kopfes: Magischer Ring, dann in Runden mit Zunahmen, bis der Durchmesser stimmt, danach einige Runden ohne Zunahme. Probiere sie zwischendurch auf. An der Stirn kannst du Runden verkürzen oder Stirnfransen mit einigen Luftmaschenbögen ergänzen.

Für mehr Struktur eignen sich Schlingenmaschen: Dabei legst du beim Häkeln einer festen Masche den Faden über einen Finger, sodass auf der Rückseite der Arbeit eine Schlaufe stehen bleibt. Die Rückseite wird dann zur Außenseite der Kappe. Aufgeschnitten ergeben die Schlaufen kurze, fransige Haare.

Die fertige Kappe nähst du mit kleinen Stichen rundherum am Kopf fest. Diese Methode ist schnell, robust und lässt sich gut waschen.

Technik 3: Korkenzieherlocken

Korkenzieherlocken entstehen aus einer Luftmaschenkette. Häkle eine Kette in der gewünschten Länge, wende und arbeite in jede Luftmasche zwei oder drei Maschen, zum Beispiel feste Maschen oder halbe Stäbchen. Durch die vielen Maschen auf engem Raum dreht sich die Kette von selbst zu einer Spirale. Je mehr Maschen pro Luftmasche, desto stärker die Drehung.

Lass am Anfang einen langen Faden hängen, mit dem du die Locke später annähst. Setze die Locken in Reihen am Kopf an, unten beginnend. Kürzere Locken an der Stirn und längere am Hinterkopf wirken natürlich.

Technik 4: Strähnen aufnähen

Für glattes, langes Haar mit Mittelscheitel legst du lange Garnstücke quer über den Kopf, sodass die Mitte genau auf der Scheitellinie liegt. Dann nähst du sie mit Rückstichen in einer passenden Garnfarbe entlang des Scheitels fest. Arbeite von der Stirn zum Hinterkopf und lege die Strähnen dicht an dicht. Zum Schluss fixierst du die Haare seitlich mit einigen Stichen auf Ohrenhöhe, damit sie nicht verrutschen, und schneidest sie gerade ab.

Welches Garn für Puppenhaare?

Für glatte, glänzende Haare eignet sich Baumwollgarn oder ein glattes Mischgarn. Es lässt sich gut knüpfen und fusselt wenig. Für weiche, flauschige Haare kannst du ein Polyacrylgarn verwenden und die Strähnen nach dem Knüpfen mit einer feinen Bürste vorsichtig aufbürsten; die Fasern teilen sich dann und wirken wie Wellen. Probiere das an einem Reststück, denn nicht jedes Garn verhält sich gleich. Welche Garne sich für Amigurumi allgemein bewährt haben, erklärt unser Beitrag Wolle für Amigurumi.

Rechne bei geknüpften Haaren mit deutlich mehr Garn als für die Figur selbst. Kauf lieber ein Knäuel mehr in derselben Farbpartie, damit der Farbton gleich bleibt.

Frisuren kombinieren

Die Techniken lassen sich gut mischen. Eine gehäkelte Haarkappe als Grundlage verhindert, dass zwischen geknüpften Strähnen der helle Kopf durchschaut; die Strähnen knüpfst du dann direkt in die Kappe. Ebenso kannst du auf eine Kappe einige Korkenzieherlocken nähen oder am Hinterkopf einen geknüpften Pferdeschwanz ergänzen. So kommst du mit weniger Knoten zu einer vollen Frisur.

Häufige Fehler

  • Kahle Stellen: Zwischen den Knüpfreihen war zu viel Abstand. Setze in den Lücken nachträglich weitere Strähnen.
  • Die Haare fallen schief: Der Scheitel wurde nicht markiert. Vorher Nadeln stecken.
  • Locken hängen schlaff: Zu wenige Maschen pro Luftmasche. Eine Masche mehr pro Luftmasche gibt mehr Drehung.
  • Die Haarkappe steht ab: Zu viele Zunahmen. Probiere früher auf und häkle weniger Zunahmerunden.

Für Kinderhände

Lange geknüpfte Haare und Zöpfe laden zum Ziehen ein. Für Puppen, die zu kleinen Kindern kommen, eignen sich eine festgenähte Haarkappe oder kurze, fest angenähte Locken besser. Lass Haarspangen, Perlen und Schleifen mit Kleinteilen weg.

Häufige Fragen

Wie viel Garn brauche ich für geknüpfte Puppenhaare?+

Das hängt von Haarlänge, Kopfgröße und Dichte ab. Geknüpfte Haare brauchen oft mehr Garn als die Figur selbst. Kauf ein Knäuel extra aus derselben Farbpartie.

Welche Häkelnadel nehme ich zum Einknüpfen der Haare?+

Eine kleine Nadel, die gerade noch unter einen Maschenfaden passt. Sie muss nicht zur Nadelstärke der Figur passen, sondern nur die Schlaufe durch die Masche ziehen können.

Kann ich die Haare einer Häkelpuppe flechten?+

Ja, geknüpfte oder aufgenähte lange Haare lassen sich flechten. Teile sie in drei gleich dicke Partien und binde das Ende mit einem Stück Garn in Haarfarbe ab.

Wie bekomme ich gewellte Haare aus glattem Garn?+

Polyacrylgarn kannst du nach dem Knüpfen vorsichtig aufbürsten, dann teilen sich die Fasern zu Wellen. Teste das vorher an einem Reststück.

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