Als Wolle für Amigurumi eignet sich vor allem glattes Baumwollgarn: Es zeigt jede Masche deutlich, fusselt wenig und hält die Form. Acryl- und Mischgarne sind weicher und leichter, Plüschgarne besonders kuschelig, aber schwerer zu häkeln. Schurwolle kann beim Waschen filzen. Wichtiger als die Faser ist ein dichtes Maschenbild mit passend kleiner Nadel.
Was ein gutes Amigurumi-Garn ausmacht
Im Alltag sagen viele „Wolle“, auch wenn das Garn aus Baumwolle oder Kunstfaser ist. Für gehäkelte Kuscheltiere zählen vor allem vier Eigenschaften:
- Glatte Oberfläche: Je weniger das Garn fusselt, desto klarer siehst du die Maschen und den Rundenanfang.
- Wenig Dehnung: Ein Garn, das kaum nachgibt, hält die gestopfte Form und lässt die Füllung nicht durchscheinen.
- Gleichmäßige Dicke: Dünne und dicke Stellen im Faden ergeben unregelmäßige Maschen.
- Pflege: Kuscheltiere werden angefasst, gedrückt und irgendwann gewaschen. Ein Blick auf die Pflegesymbole der Banderole lohnt sich vor dem Kauf.
Die Garnarten im Vergleich
| Garn | Maschenbild | Gefühl | Worauf achten |
|---|---|---|---|
| Baumwolle, merzerisiert | sehr klar, leichter Glanz | fest, glatt | wenig Dehnung, kann bei viel Arbeit die Hand ermüden |
| Baumwolle, matt | klar | etwas weicher | fusselt etwas mehr als merzerisierte Baumwolle |
| Acryl | gut sichtbar | weich, leicht | kann mit der Zeit Knötchen bilden |
| Baumwoll-Acryl-Mischung | gut sichtbar | weich, griffig | Eigenschaften liegen zwischen beiden Fasern |
| Schurwolle | gut sichtbar, elastisch | warm, griffig | kann beim Waschen filzen |
| Plüsch- oder Chenillegarn | Maschen kaum zu sehen | sehr weich | schwer zu zählen und aufzutrennen |
Baumwolle: der Klassiker
Baumwollgarn ist bei Amigurumi weit verbreitet. Es ergibt ein festes, klares Maschenbild, auf dem gestickte Gesichter gut aussehen. Gern verwendet wird merzerisierte Baumwolle. Beim Merzerisieren wird die Baumwollfaser mit Natronlauge behandelt; das Garn bekommt dadurch einen seidigen Glanz, wird fester und nimmt Farbe besser auf.
Der Nachteil: Baumwolle gibt kaum nach. Wer sehr fest häkelt, merkt das nach einigen Runden in der Hand. Eine Häkelnadel mit dickerem Griff und regelmäßige Pausen helfen.
Acryl und Mischgarne
Acryl ist leicht, weich und in sehr vielen Farben erhältlich. Figuren aus Acrylgarn fühlen sich kuscheliger an als solche aus reiner Baumwolle. Bei intensiver Nutzung können sich auf der Oberfläche kleine Knötchen bilden. Mischgarne aus Baumwolle und Acryl verbinden die Klarheit der Baumwolle mit der Weichheit der Kunstfaser und sind deshalb ein guter Kompromiss für Kuscheltiere, die viel in die Hand genommen werden.
Schurwolle
Echte Wolle ist elastisch, warm und angenehm zu häkeln. Für Kuscheltiere hat sie einen Haken: Mit warmem Wasser, Seife und Bewegung stellen sich die Schuppen der Wollfasern auf, und die Fasern verhaken sich – die Wolle filzt. Ein Amigurumi aus nicht filzfrei ausgerüsteter Wolle kann in der Waschmaschine schrumpfen und hart werden. Wenn du Wolle verwenden möchtest, achte auf den Hinweis „filzfrei ausgerüstet“ und die Pflegesymbole.
Plüsch-, Chenille- und flauschige Garne
Plüsch- und Chenillegarne ergeben besonders weiche, flauschige Tiere. Sie sind aber anspruchsvoll: Die einzelnen Maschen verschwinden im Flor, Zählen wird zur Geduldsprobe, und Auftrennen ist mühsam. Für das erste Amigurumi greifst du deshalb lieber zu glattem Garn. Flauschige Garne wie Mohair verlieren außerdem Fasern und eignen sich wenig für Spielzeug, das in den Mund genommen werden könnte.
Welche Garnstärke?
Die meisten Amigurumi-Anleitungen arbeiten mit feinem bis mittlerem Garn, häufig Sport oder DK, also den Klassen 2 und 3. Dickeres Garn ergibt größere Figuren, dünneres kleinere. Wie die Stärken eingeteilt sind und was die Lauflänge auf der Banderole verrät, steht in unserer Garnstärken-Tabelle. Unabhängig von der Stärke gilt: Häkle mit einer Nadel, die etwas kleiner ist als auf der Banderole angegeben, damit das Gestrick dicht wird.
Farben wählen
Für den Anfang sind helle, klare Farben praktisch, weil du darauf die Maschen siehst. Sehr dunkle Garne wie Schwarz oder Dunkelbraun sind schwerer zu häkeln, besonders bei wenig Licht. Wenn eine Figur in dunklem Garn geplant ist, häkle bei Tageslicht oder mit einer guten Lampe.
Kaufe die Hauptfarbe in ausreichender Menge und, wenn angegeben, aus derselben Partie. Die Partienummer auf der Banderole zeigt, welche Knäuel im selben Färbevorgang entstanden sind. Knäuel aus unterschiedlichen Partien können leicht abweichende Farbtöne haben, und das sieht man bei einer einfarbigen Figur deutlich.
Ein neues Garn vor dem Projekt testen
Bevor du ein ganzes Tier aus einem unbekannten Garn beginnst, häkle eine kleine Kugel oder ein flaches Rund aus zehn, zwölf Runden. Daran siehst du in wenigen Minuten, ob die Maschen dicht genug sind, ob die Füllung durchschimmert und wie sich das Garn in der Hand anfühlt. Zieh einmal kräftig an der Probe: Verzieht sie sich stark und entstehen Lücken, nimm eine kleinere Nadel oder ein festeres Garn.
Wenn die Figur später gewaschen werden soll, kannst du auch die Probe waschen. So erkennst du, ob das Garn ausfärbt, einläuft oder filzt, bevor es die fertige Figur trifft.
Wie viel Garn du brauchst
Die Anleitung nennt in der Regel die Garnmenge in Gramm oder Metern für das dort verwendete Garn. Wechselst du das Garn, rechne über die Lauflänge: Gesamtmeter aus der Anleitung geteilt durch die Meter deines Knäuels ergibt die Zahl der Knäuel. Plane für die Hauptfarbe lieber etwas mehr ein, weil Maschenproben, Auftrennen und das Annähen der Teile zusätzlich Garn verbrauchen.
Garn und Füllung zusammen denken
Die Füllung sollte zum Garn passen. Ein waschbares Garn bringt wenig, wenn die Füllwatte nicht gewaschen werden darf, und eine helle Füllung kann durch dunkles, locker gehäkeltes Garn hindurchschimmern. Worauf du bei der Füllung achtest, steht im Beitrag Füllwatte für Amigurumi.
Kurz zusammengefasst
- Glattes Baumwollgarn ist ein bewährter Einstieg: klare Maschen, feste Form.
- Acryl und Mischgarne sind weicher und leichter.
- Schurwolle nur filzfrei ausgerüstet verwenden, wenn die Figur gewaschen werden soll.
- Plüschgarne sind kuschelig, aber eher etwas für Geübte.
- Partienummer und Pflegesymbole vor dem Kauf prüfen.








