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FERTIGSTELLEN

Amigurumi schließen und Fäden vernähen: das saubere Ende jedes Teils

Von Crochet-Pdf.com··5 Min. Lesezeit

Die letzte Runde ist gehäkelt, die Füllung sitzt: So ziehst du die Öffnung deines Amigurumi rund und flach zusammen und vernähst Anfangs-, End- und Farbwechselfäden so, dass sie sich nicht lösen.

Amigurumi schließen und Fäden vernähen: das saubere Ende jedes Teils

Ein Amigurumi schließt du, indem du nach der letzten Abnahmerunde den Faden lang abschneidest, ihn mit einer Stopfnadel nur durch die vorderen Maschenglieder der verbliebenen Maschen führst und dann fest zuziehst. Die Fäden vernähst du danach im Inneren, kreuz und quer, und schneidest sie dicht an der Oberfläche ab, sodass sie verschwinden.

Bevor du schließt: stopfen und zählen

Die meisten Teile eines Amigurumi enden spiegelbildlich zu ihrem Anfang: Wie du am Anfang von 6 auf 12, 18 und 24 Maschen zugenommen hast, nimmst du am Ende wieder auf 18, 12 und 6 Maschen ab. Stopfe das Teil, solange die Öffnung noch groß genug für deine Finger ist – meist nach der Runde mit 12 oder 18 Maschen. Danach kommst du bloß mit der Spitze der Häkelnadel oder einem Stäbchen an die Füllung.

Zähle nach der letzten Runde die Maschen. Steht in deiner Anleitung „(6)“, sollten es genau sechs sein. Bleiben mehr übrig, wird die Öffnung beim Zuziehen größer und faltiger.

Das Werkzeug für den Abschluss

Für das Schließen brauchst du wenig: eine Stopfnadel mit stumpfer Spitze und einem Öhr, durch das dein Garn ohne Mühe passt, und eine kleine, spitze Schere. Eine stumpfe Nadel gleitet zwischen den Maschen hindurch, statt die Fasern zu spalten. Gespaltenes Garn franst an dieser Stelle aus und lässt sich später kaum noch sauber nachziehen. Bei sehr feinem Garn hilft eine dünnere Stopfnadel, weil ein dickes Öhr die kleinen Maschen unnötig dehnt. Lege dir außerdem ein Stück Füllwatte bereit: Fällt dir beim Zuziehen auf, dass eine Stelle zu weich ist, kannst du mit der Nadelspitze noch etwas nachschieben, solange die Öffnung nicht ganz geschlossen ist.

Schritt für Schritt: die Öffnung zusammenziehen

1. Faden abschneiden und durchziehen

Schneide den Arbeitsfaden mit 15 bis 20 Zentimetern Länge ab. Ziehe ihn durch die letzte Schlinge auf der Häkelnadel, damit die Masche gesichert ist. Manche Anleitungen setzen vorher noch eine Kettmasche in die nächste Masche, damit die Runde flacher ausläuft.

2. Nur die vorderen Maschenglieder aufnehmen

Fädle den Faden in eine Stopfnadel. Stich von außen nach innen durch das vordere Maschenglied der ersten verbliebenen Masche, dann durch das vordere Glied der zweiten, und so weiter rundum. Wichtig ist, immer in dieselbe Richtung zu stechen. Auf diese Weise legt sich der Faden wie ein Zugband um die Öffnung.

3. Zuziehen

Ziehe den Faden langsam an. Die Maschen rücken zusammen, und die Öffnung schließt sich zu einem kleinen, flachen Punkt. Ruckartiges Ziehen kann den Faden reißen lassen, gerade bei Baumwollgarn. Falls noch ein winziges Loch zu sehen ist, stich einmal quer durch die Mitte und ziehe nach.

4. Endfaden sichern

Stich mit der Nadel genau in die Mitte des geschlossenen Punktes und komme an einer beliebigen Stelle des Teils wieder heraus. Ziehe leicht an, stich ein paar Millimeter daneben wieder ein und führe die Nadel in eine andere Richtung. Nach zwei, drei solchen Durchgängen ziehst du den Faden etwas straff, schneidest ihn dicht an der Oberfläche ab und lässt los. Das Ende zieht sich ins Innere zurück.

FadenWannWie vernähen
Anfangsfaden des Fadenringsnach 2–3 Rundennachziehen, dann innen kreuz und quer durch mehrere Maschen
Endfaden eines gestopften Teilsnach dem Schließenquer durch die Füllung, mehrmals die Richtung wechseln
Endfaden zum Annähennach dem Annähendurch den Körper führen, an anderer Stelle abschneiden
Fäden vom Farbwechselvor dem Stopfeninnen verknoten oder durch Maschen der gleichen Farbe weben
Endfaden eines flachen Teilsvor dem Annähen oder statt Annähenauf der Rückseite durch Maschen gleicher Farbe weben

Warum mehrmals die Richtung wechseln

Ein Faden, der nur in einer geraden Linie durch die Maschen läuft, kann sich durch Ziehen und Drücken wieder herausarbeiten. Das passiert bei Spielzeug schneller als bei einer Decke, weil Amigurumi gedrückt, gezogen und manchmal gewaschen werden. Jeder Richtungswechsel wirkt wie ein kleiner Anker: Der Faden müsste um eine Ecke rutschen, und das tut er nicht. Glattes Garn wie merzerisierte Baumwolle braucht dabei ein, zwei Wechsel mehr als flauschige Wolle.

Teile ohne Füllung schließen

Flache Teile wie Ohren, Flossen oder Flügel werden oft nicht zusammengezogen, sondern flach gelegt. Je nach Anleitung häkelst du die Öffnung mit festen Maschen durch beide Lagen zu oder lässt sie offen und nähst sie direkt an. Den Endfaden webst du in diesem Fall auf der Rückseite durch drei, vier Maschen derselben Farbe hin und zurück. Wie du solche Teile danach an Kopf oder Körper befestigst, zeigt der Beitrag Amigurumi Teile annähen.

Fäden vom Farbwechsel

Bei Streifen oder zweifarbigen Köpfen entstehen innen lose Fadenenden. Weil sie später in der Füllung verschwinden, reicht es oft, die beiden Enden einer Farbe innen locker zu verknoten. Ein fester Knoten zieht die Maschen an dieser Stelle zusammen und kann außen als Delle sichtbar werden. Bei hellen Farben neben dunklen lohnt es sich, die Enden durch Maschen der gleichen Farbe zu weben, damit nichts durchschimmert.

Häufige Fehler beim Schließen

  • Die Öffnung wird faltig: Es sind zu viele Maschen übrig. Häkle noch eine Abnahmerunde, bevor du zuziehst.
  • Ein Loch bleibt in der Mitte: Du hast durch beide Maschenglieder gestochen. Nur die vorderen Glieder lassen sich eng zusammenziehen.
  • Füllung schaut heraus: Das Teil wurde zu prall gestopft, oder die letzten Runden sind sehr locker. Nimm etwas Füllwatte heraus oder ziehe das Zugband nach einer zweiten Runde Stiche erneut an.
  • Das Ende sitzt wie ein Knubbel: Der Faden wurde mit einem Knoten gesichert. Ein verwebter Faden liegt flacher als ein Knoten.
  • Der Faden schaut nach Tagen wieder heraus: Er wurde zu knapp abgeschnitten, bevor er sich ins Innere zurückziehen konnte. Ziehe beim Abschneiden leicht an, damit das Ende unter der Oberfläche verschwindet.

Der Abschluss einer runden Form

Bei einer Kugel ist das Schließen besonders sichtbar, weil der Abschlusspunkt oft genau oben oder unten liegt. Achte darauf, dass dein Zugband auf derselben Linie liegt wie der Fadenring am Anfang. Dann wirkt die Kugel symmetrisch. Wie du die Kugel selbst gleichmäßig auf- und abnimmst, beschreibt der Beitrag Kugel häkeln.

In vielen Amigurumi-Anleitungen steht am Ende eines Teils nur kurz „schließen und Faden vernähen“ oder „Faden lang lassen“. Gemeint ist genau der Ablauf aus diesem Beitrag. Lies den Hinweis bei jedem Teil, bevor du den Faden abschneidest: Ein Faden, der zum Annähen gebraucht wird, darf nicht schon im Inneren verschwinden.

Häufige Fragen

Muss ich am Ende eines Amigurumi-Teils eine Kettmasche häkeln?+

Nein, das ist nicht nötig. Eine Kettmasche in die nächste Masche lässt die letzte Runde flacher auslaufen, deshalb nennen manche Anleitungen sie. Wenn deine Anleitung sie nicht erwähnt, kannst du den Faden direkt durch die letzte Schlinge ziehen.

Kann ich die Öffnung auch mit der Häkelnadel statt mit einer Stopfnadel schließen?+

Ja, du kannst mit der Häkelnadel die vorderen Maschenglieder nacheinander aufnehmen und den Faden durchziehen. Mit einer Stopfnadel lässt sich das Zugband aber gleichmäßiger legen und die Spannung besser steuern.

Sollte ich Fadenenden zusätzlich mit Kleber sichern?+

Bei Spielzeug ist das nicht üblich. Ein sorgfältig in mehrere Richtungen vernähter Faden hält, und Kleber kann das Garn hart machen und sich beim Waschen anders verhalten als die Wolle.

Wie lang sollte der Endfaden zum Schließen sein?+

Für das Zusammenziehen und Vernähen reichen 15 bis 20 Zentimeter. Wenn das Teil anschließend angenäht wird, lass deutlich mehr stehen, etwa 30 bis 40 Zentimeter.

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