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MATERIAL & WERKZEUG

Füllwatte für Amigurumi: Material, Menge und richtig stopfen

Von Crochet-Pdf.com··5 Min. Lesezeit

Welche Füllwatte für Amigurumi geeignet ist, wie fest du stopfst und warum kleine Portionen den Unterschied machen. Mit Vergleichstabelle und Lösungen für Dellen, Klumpen und durchscheinende Watte.

Füllwatte für Amigurumi: Material, Menge und richtig stopfen

Als Füllwatte für Amigurumi wird meist Polyester-Füllwatte aus Hohlfasern verwendet: Sie ist leicht, formstabil und in der Regel waschbar. Du stopfst sie in kleinen, aufgezupften Portionen, fest genug für eine runde Form, aber ohne die Maschen zu dehnen. Schafwolle ist eine Alternative für Deko-Figuren, kann beim Waschen aber verfilzen.

Welche Füllung gibt es?

Im Bastelbedarf findest du verschiedene Füllmaterialien. Für gehäkelte Figuren spielen vor allem vier eine Rolle. Die Unterschiede zeigen sich in Gewicht, Pflege und darin, wie sich die Figur später anfühlt.

FüllmaterialEigenschaftenGut geeignet fürAchte auf
Polyester-Füllwatte (Hohlfaser)leicht, bauschig, formstabil, meist waschbarKuscheltiere, Spielfiguren, alle GrößenPflegehinweis auf der Packung prüfen
Schafwolle (Kardenband, Füllwolle)natürliches Material, etwas schwerer, griffigDeko-Figuren, die nicht gewaschen werdenverfilzt bei Wärme, Reibung und Feuchtigkeit
Garnreste, Schnipselschwer, kann klumpig wirkensehr kleine Teile, NotlösungFarbe kann durch helle Maschen schimmern
Granulat im Innensäckchenschwer, gibt StandfestigkeitDeko-Figuren, die sitzen sollennur eingenäht; nie in Spielzeug für Kleinkinder

Polyester-Füllwatte: der Standard

Die meisten Amigurumi werden mit Polyester-Füllwatte gestopft. Die Fasern sind oft hohl oder gekräuselt, dadurch bleibt die Watte luftig und springt nach dem Zusammendrücken zurück. Sie ist leicht, sodass auch große Figuren nicht schwer werden, und sie verträgt Wasser in der Regel gut. Ob sie maschinenwaschbar ist und bei welcher Temperatur, steht auf der Verpackung. Wenn du eine Figur später waschen möchtest, hilft dir unser Beitrag Amigurumi waschen.

Füllwatte gibt es in verschiedenen Qualitäten. Sehr feine, seidige Watte verteilt sich gleichmäßiger und bildet weniger Klumpen. Gröbere Watte lässt sich gut für große Teile verwenden. Weiße Watte ist der Normalfall; für sehr dunkle Figuren mit lockeren Maschen gibt es auch dunkle Füllwatte, die weniger auffällt.

Schafwolle als Füllung

Füllwolle aus Schafwolle fühlt sich natürlich an und gibt der Figur etwas mehr Gewicht. Für Deko-Figuren oder Stücke, die nur gelegentlich in die Hand genommen werden, ist sie eine schöne Wahl. Beim Waschen verhält sie sich aber anders als Polyester: Wolle verfilzt, wenn Wärme, Feuchtigkeit und Reibung zusammenkommen. In einem Kuscheltier, das regelmäßig gewaschen wird, kann sie deshalb klumpig werden. Außerdem trocknet sie langsamer.

Wie viel Füllwatte brauchst du?

Eine genaue Menge lässt sich schwer angeben, weil sie von Größe, Garnstärke und davon abhängt, wie fest du stopfst. Viele Anleitungen nennen deshalb nur „Füllwatte“ ohne Grammzahl. Für kleine Figuren reicht oft ein Bruchteil einer handelsüblichen Packung; bei größeren Kuscheltieren lohnt sich eine größere Packung, damit dir die Watte nicht mitten im Stopfen ausgeht. Kauf lieber etwas mehr: Füllwatte hält sich trocken gelagert lange.

Richtig stopfen: Schritt für Schritt

1. Watte aufzupfen

Nimm nicht ein großes Stück aus der Packung, sondern zupfe die Watte zu kleinen, lockeren Bäuschen auseinander. So vermeidest du Klumpen, die sich später als Beulen durch die Maschen drücken.

2. Von außen nach innen

Fülle zuerst die äußeren Bereiche, also Spitzen, Rundungen und die Stellen gegenüber der Öffnung. Schiebe die Watte mit dem Finger oder dem hinteren Ende der Häkelnadel dorthin. Bei schmalen Teilen wie Armen oder Beinen hilft ein Essstäbchen oder ein Stopfstab.

3. Nach und nach nachfüllen

Gib immer wieder kleine Portionen dazu und drücke sie gegen die schon vorhandene Füllung. Formt sich das Teil mit, ohne dass sich die Maschen weiten, bist du auf dem richtigen Weg.

4. Form prüfen

Rolle das Teil zwischen den Händen. Spürst du Dellen oder weiche Stellen, füllst du dort nach. Bei einem Kopf drückst du von allen Seiten leicht zu: Er sollte gleichmäßig nachgeben und rund zurückkommen.

5. Weiterstopfen beim Schließen

Bei Teilen, die sich zur Öffnung hin verengen, stopfst du während der Abnahmerunden immer wieder nach. Wenn die Öffnung zu klein für die Finger wird, schiebst du den Rest mit der Häkelnadel hinein. Wie das bei einer runden Form aussieht, zeigt unser Beitrag Kugel häkeln.

Wie fest ist fest genug?

Zu wenig Füllung macht eine Figur schlaff und lässt sie zusammensacken; Köpfe kippen dann leicht nach vorne. Zu viel Füllung dehnt die Maschen, sodass Lücken entstehen und die weiße Watte durchscheint. Ein gutes Zeichen ist, wenn das Teil prall und rund ist, die Maschen aber noch dicht nebeneinander liegen. Hälse und Stellen, an denen später Teile angenäht werden, stopfst du besonders fest, damit der Kopf nicht wackelt.

Teile, die beweglich bleiben sollen, etwa Ohren, lange Arme oder ein Schwanz, werden oft gar nicht oder nur leicht gestopft. Halte dich hier an die Angabe in deiner Anleitung.

Häufige Probleme beim Stopfen

  • Watte scheint durch: Die Maschen sind zu locker oder das Teil ist überfüllt. Etwas Füllung herausnehmen; beim nächsten Mal eine kleinere Nadel verwenden.
  • Beulen und Klumpen: Zu große Stücke auf einmal gestopft. Watte herausziehen, aufzupfen und neu einfüllen.
  • Die Figur wird mit der Zeit flach: Die Füllung hat sich gesetzt. Durch eine Naht etwas nachstopfen.
  • Der Kopf wackelt: Der Hals ist zu weich. Vor dem Annähen fester stopfen und den Kopf rundherum annähen.

Füllwatte lagern

Angebrochene Packungen bewahrst du trocken und gut verschlossen auf, zum Beispiel in einem großen Beutel oder einer Kiste. So bleibt die Watte sauber und nimmt keine Gerüche aus Keller oder Küche an. Drücke sie nicht platt zusammen, sonst verliert sie an Bauschkraft. Ist sie doch etwas zusammengedrückt, zupfst du sie vor dem Stopfen einfach kräftiger auf. Haustiere lieben offene Füllwatte übrigens sehr; eine geschlossene Kiste spart dir das Einsammeln.

Granulat und Gewichte

Manche Figuren sollen stabil sitzen oder ein angenehmes Gewicht haben. Dafür wird Kunststoffgranulat verwendet, das immer in einem eigenen, fest zugenähten Säckchen aus dichtem Stoff in die Figur kommt, nie lose. Granulat besteht aus Kleinteilen. In Spielzeug für Babys und Kleinkinder hat es deshalb nichts zu suchen; dort bleibt es bei Füllwatte.

Kurz zusammengefasst

  1. Für Kuscheltiere waschbare Polyester-Füllwatte wählen.
  2. Watte in kleinen Bäuschen aufzupfen.
  3. Von den Rändern zur Mitte stopfen, nach und nach nachfüllen.
  4. Prall, aber ohne gedehnte Maschen.
  5. Granulat nur im zugenähten Säckchen und nicht für Kleinkinder.

Häufige Fragen

Kann ich Füllwatte aus einem alten Kissen verwenden?+

Das ist möglich, wenn die Füllung sauber, trocken und nicht verklumpt ist. Zupfe sie gut auf. Ältere Füllungen sind oft zusammengedrückt und bauschen weniger als neue Watte.

Warum wird meine gestopfte Figur nach ein paar Wochen weicher?+

Füllwatte setzt sich mit der Zeit, besonders bei Figuren, die oft gedrückt werden. Etwas fester stopfen hilft, und bei Bedarf kannst du später durch eine Naht nachfüllen.

Womit schiebe ich Füllwatte in schmale Teile?+

Mit dem hinteren Ende der Häkelnadel, einem Essstäbchen oder einem stumpfen Stopfstab. Spitze Werkzeuge vermeidest du, damit sie nicht durch die Maschen stechen.

Muss ich Ohren und Arme auch stopfen?+

Das steht in deiner Anleitung. Flache Ohren bleiben meist ungestopft, Arme und Beine werden oft nur im unteren Teil gefüllt, damit sie sich beim Annähen gut anlegen.

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