Sicherheitsaugen bringst du an, solange das Häkelteil noch offen und ungestopft ist: Position mit Stecknadeln testen, den Stift des Auges von außen zwischen zwei Maschen stecken und die Sicherungsscheibe von innen fest aufdrücken. Einmal eingerastet, ist die Scheibe nicht dafür gemacht, wieder abzugehen. Für Kinder unter 3 Jahren stickst du die Augen stattdessen.
Wie Sicherheitsaugen aufgebaut sind
Ein Sicherheitsauge besteht aus zwei Teilen. Vorne sitzt das sichtbare Auge, meist aus Kunststoff, mit einem gerillten Stift auf der Rückseite. Dazu gehört eine Unterlegscheibe, oft auch Sicherungsscheibe genannt. Du schiebst sie von der Innenseite des Häkelteils über den Stift, bis sie an den Maschen anliegt. Die Rillen am Stift sorgen dafür, dass sich die Scheibe in eine Richtung aufschieben lässt, aber nicht zurückrutscht.
Daraus ergibt sich die wichtigste Regel: Ein falsch gesetztes Auge lässt sich kaum korrigieren. Wer die Scheibe mit Gewalt wieder abzieht, beschädigt meist den Stift und oft auch die Maschen. Plane die Position deshalb in Ruhe, bevor du drückst.
| Teil | Wo er sitzt | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Auge mit Stift | außen, Stift zwischen zwei Maschen | Stift durch eine Lücke stecken, nicht durch den Faden stechen |
| Sicherungsscheibe | innen, auf dem Stift | flache Seite zum Häkelstück, bis zum Anschlag aufdrücken |
| Füllwatte | erst nach dem Einsetzen | Scheibe muss frei zugänglich sein, solange du arbeitest |
Der richtige Zeitpunkt
Die meisten Amigurumi-Anleitungen nennen eine Runde, nach der die Augen eingesetzt werden, etwa „Augen zwischen Runde 9 und 10 mit 6 Maschen Abstand einsetzen“. Meist ist das der Moment, in dem der Kopf zu etwa zwei Dritteln gehäkelt ist. Die Öffnung ist dann noch groß genug, um mit den Fingern an die Innenseite zu kommen, und die Kopfform ist schon gut zu erkennen.
Gestopft wird erst danach. Wer zuerst Füllwatte einbringt, kommt nicht mehr sauber an die Rückseite des Stifts, und die Scheibe sitzt dann oft schief oder zu locker.
Sicherheitsaugen anbringen: Schritt für Schritt
1. Größe wählen
Die Größe wird in Millimetern angegeben und bezieht sich auf den Durchmesser des sichtbaren Auges. Steht in deiner Anleitung eine Größe, nimm genau diese, denn sie ist auf Garn und Nadel des Musters abgestimmt. Arbeitest du mit dickerem Garn, wird die Figur größer, und auch das Auge darf dann etwas größer sein.
2. Position mit Stecknadeln testen
Stecke zunächst zwei Stecknadeln mit farbigem Kopf an die geplanten Stellen. Zähle die Maschen zwischen den Nadeln und kontrolliere, ob beide in derselben Runde sitzen. Schau dir den Kopf von vorne und von der Seite an. Ein, zwei Maschen Unterschied verändern den Ausdruck deutlich: eng beieinander wirkt neugierig, weiter auseinander eher verträumt.
3. Stift durch die Lücke stecken
Ersetze eine Nadel durch das Auge. Der Stift geht zwischen zwei Maschen hindurch, nicht mitten durch eine Masche. Ist die Lücke zu eng, weite sie vorsichtig mit der Spitze einer Stricknadel oder dem Häkelnadelschaft.
4. Noch einmal prüfen
Setze das zweite Auge ebenfalls nur ein, ohne Scheibe. Erst wenn beide Augen gerade und symmetrisch sitzen, geht es weiter. Hier lohnt sich ein Foto mit dem Handy: Auf dem Bildschirm fällt eine Schieflage oft eher auf als am Stück.
5. Scheibe von innen aufdrücken
Lege das Teil mit dem Auge nach unten auf eine feste, weiche Unterlage, zum Beispiel ein gefaltetes Handtuch. Schiebe die Scheibe mit der flachen Seite zum Häkelstück auf den Stift und drücke sie mit beiden Daumen fest, bis sie eng an den Maschen anliegt. Ziehe danach von außen kräftig am Auge: Es darf sich nicht bewegen.
Häufige Probleme und ihre Lösung
- Das Auge sitzt locker. Die Scheibe wurde nicht weit genug aufgeschoben. Drücke noch einmal nach, bis sie am Häkelstück anliegt.
- Die Lücke wird zu groß. Bei lockeren Maschen kann sich das Loch um den Stift weiten. Eine kleine Scheibe aus Filz zwischen Häkelstück und Sicherungsscheibe gibt mehr Halt.
- Die Augen sitzen schief. Das passiert, wenn sie in verschiedenen Runden stecken oder der Rundenübergang nicht beachtet wurde. Teste vorher immer mit Nadeln.
- Das Auge glänzt matt oder hat Kratzer. Kunststoffaugen sind empfindlich. Drücke nicht mit Werkzeug auf die Vorderseite, sondern lege sie auf ein weiches Tuch.
Wann du besser auf Sicherheitsaugen verzichtest
Der Name klingt beruhigend, ein Freibrief ist er nicht. Augen und andere feste Teile sind Kleinteile, und bei Spielzeug für Babys und Kleinkinder unter 3 Jahren gelten gerade für Kleinteile strenge Maßstäbe. Für ein Kuscheltier, das in Kinderhände unter 3 Jahren kommt, stickst du Augen und Nase deshalb mit Garn. Das sieht genauso liebevoll aus und kommt ohne feste Kleinteile aus. Wie das geht, zeigt unser Beitrag Amigurumi-Gesicht sticken, und worauf du bei Garn, Nähten und Zubehör für die Kleinsten sonst noch achtest, steht in Kuscheltier für Babys häkeln.
Auch bei älteren Kindern lohnt ein regelmäßiger Blick: Ist der Stoff um das Auge ausgeleiert, oder lässt sich das Auge drehen und ziehen? Dann nimm das Spielzeug aus dem Verkehr, bis es repariert ist.
Ein Hinweis zu verschenkten und verkauften Stücken
Unsere Anleitungen sind für den persönlichen Gebrauch gedacht: Was du daraus häkelst, ist für dich selbst oder zum Verschenken bestimmt. Wer gehäkeltes Spielzeug verkaufen möchte, braucht dafür die Erlaubnis des jeweiligen Designers und muss außerdem die eigenen Regeln für Spielzeugsicherheit beachten, die in der EU für verkauftes Spielzeug gelten. Erkundige dich dazu bei den zuständigen Stellen, bevor du etwas anbietest.
Kurz zusammengefasst
- Augen einsetzen, solange das Teil offen und ungestopft ist.
- Position mit Stecknadeln testen und Maschen zählen.
- Stift zwischen zwei Maschen stecken, beide Augen vergleichen.
- Scheibe von innen bis zum Anschlag aufdrücken und am Auge ziehen.
- Für Kinder unter 3 Jahren Augen sticken statt einsetzen.








