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Maschenprobe häkeln: So misst du richtig – auch für Amigurumi

Von Crochet-Pdf.com··5 Min. Lesezeit

Wie du eine Maschenprobe häkelst, misst und auswertest – für flache Projekte im 10-cm-Quadrat und für Amigurumi in Runden. Mit Tabelle, was bei zu vielen oder zu wenigen Maschen hilft.

Maschenprobe häkeln: So misst du richtig – auch für Amigurumi

Für eine Maschenprobe häkelst du ein Probestück von etwa 15 × 15 cm im Muster und mit der Nadel der Anleitung. In der Mitte zählst du, wie viele Maschen und Reihen auf 10 cm kommen. Hast du mehr als angegeben, nimm eine größere Nadel; hast du weniger, eine kleinere. Bei Amigurumi misst du stattdessen den Durchmesser nach einer bestimmten Rundenzahl.

Wozu eine Maschenprobe gut ist

Jede Person häkelt mit ihrer eigenen Fadenspannung. Zwei Menschen mit derselben Nadel und demselben Garn erhalten deshalb oft unterschiedlich große Maschen. Die Maschenprobe zeigt dir, ob deine Maschen so groß sind wie die der Designerin oder des Designers. Bei einem Pullover entscheidet das über die Passform. Bei Amigurumi bestimmt es die Größe der Figur und, fast noch wichtiger, wie dicht das Gestrick wird.

In Anleitungen steht die Maschenprobe meist so: „20 fM und 22 Reihen = 10 × 10 cm mit Nadel 3,5 mm“. Englische Anleitungen schreiben „gauge“, oft bezogen auf 4 inches, was 10 cm entspricht.

Maschenprobe häkeln: Schritt für Schritt

1. Groß genug anschlagen

Häkle eine Luftmaschenkette, die deutlich breiter ist als 10 cm, etwa 15 cm. Die Randmaschen sind fast immer etwas unregelmäßig. Wenn du nur in der Mitte misst, beeinflussen sie das Ergebnis nicht.

2. Im Muster der Anleitung häkeln

Häkle in der Maschenart, die die Anleitung für die Maschenprobe nennt, und mit derselben Nadel und demselben Garn wie später im Projekt. Ein Probestück in festen Maschen sagt wenig über ein Muster aus Stäbchen aus. Arbeite so lange, bis das Stück ungefähr quadratisch ist.

3. Entspannt messen

Lege das Probestück flach auf den Tisch, ohne es zu dehnen. Lege ein Lineal waagerecht in die Mitte und markiere mit zwei Stecknadeln eine Strecke von 10 cm. Zähle die Maschen dazwischen, auch halbe Maschen. Dann misst du senkrecht und zählst die Reihen.

4. Vergleichen und anpassen

Stimmen deine Zahlen mit der Anleitung überein, kannst du beginnen. Weichen sie ab, wechselst du die Nadel und häkelst eine neue Probe.

Ergebnis auf 10 cmBedeutungWas hilft
mehr Maschen als angegebendu häkelst fester, das Teil wird kleinergrößere Nadel
weniger Maschen als angegebendu häkelst lockerer, das Teil wird größerkleinere Nadel
Maschen stimmen, Reihen nichtMaschenhöhe weicht abbei Amigurumi meist unkritisch, bei Kleidung Reihenzahl anpassen

Als Faustregel ändert eine halbe Nadelnummer das Ergebnis spürbar. Welche Millimeter welcher US-Größe entsprechen, findest du in der Häkelnadel-Größen-Tabelle.

Richtwerte nach Garnstärke

Wenn eine Anleitung keine Maschenprobe nennt, helfen die Richtwerte des Craft Yarn Council. Sie geben für jede Garnstärke an, wie viele feste Maschen ungefähr auf 10 cm kommen: bei Sportgarn etwa 16 bis 20, bei DK etwa 12 bis 17 und bei Worsted etwa 11 bis 14. Diese Werte gelten für die auf der Banderole empfohlene Nadel. Bei Amigurumi, die mit kleinerer Nadel gehäkelt werden, kommen entsprechend mehr Maschen auf 10 cm.

Maschenprobe bei Amigurumi

Viele Amigurumi-Anleitungen verzichten auf eine klassische Maschenprobe und nennen stattdessen die Größe der fertigen Figur. Trotzdem lohnt sich ein kurzer Test, besonders bei einem Garn, das du noch nicht kennst. Weil Amigurumi in Runden entstehen, misst du auch in Runden.

Der Rundentest

  1. Beginne mit einem magischen Ring und 6 festen Maschen.
  2. Häkle die ersten Runden des Kopfes oder Körpers nach Anleitung, bis das Teil flach ist, zum Beispiel bis 36 Maschen.
  3. Lege das Rund flach hin und miss den Durchmesser.
  4. Vergleiche mit der Angabe in der Anleitung, falls vorhanden, oder prüfe, wie dicht das Gestrick ist.

Halte das Rund gegen das Licht. Siehst du deutlich Licht zwischen den Maschen, wird später die Füllung durchscheinen. Dann nimmst du eine kleinere Nadel, auch wenn die Größe sonst passen würde. Bei Amigurumi ist ein dichtes Gestrick wichtiger als eine exakte Übereinstimmung mit dem Foto.

Größe gezielt verändern

Die Maschenprobe ist auch der Ausgangspunkt, wenn du eine Figur bewusst größer oder kleiner häkeln möchtest. Wie Garnstärke, Nadel und Endgröße zusammenhängen, erklärt der Beitrag Amigurumi größer oder kleiner häkeln.

Maschenprobe in Stäbchen oder halben Stäbchen

Nennt die Anleitung eine Maschenprobe in Stäbchen, häkelst du das Probestück auch in Stäbchen. Die Reihenzahl ist hier besonders aussagekräftig, weil Stäbchen je nach Fadenspannung unterschiedlich hoch werden. Manche ziehen den Umschlag beim Abmaschen locker, andere fest; das verändert die Höhe der Reihe, auch wenn die Maschenzahl auf 10 cm stimmt. Bei Kleidung kannst du eine abweichende Reihenhöhe ausgleichen, indem du eine Reihe mehr oder weniger häkelst. Bei Amigurumi kommen Stäbchen seltener vor, etwa bei Kleidungsstücken für Puppen oder flachen Ohren.

Wenn die Anleitung keine Maschenprobe nennt

Fehlt die Angabe, orientierst du dich an der Größe der fertigen Figur und am Garn, das die Anleitung verwendet. Häkle die ersten Runden eines großen Teils, zum Beispiel des Kopfes, und vergleiche dann die Rundenzahl mit der Anleitung: Wenn der Kopf nach allen Zunahmen deutlich breiter oder schmaler wirkt als auf den Fotos, passe die Nadel an, bevor du weiterarbeitest. So verlierst du höchstens ein paar Runden statt einer ganzen Figur.

Typische Fehler bei der Maschenprobe

  • Zu kleines Probestück: Wer nur 10 Maschen anschlägt, misst die unregelmäßigen Ränder mit.
  • Andere Nadel als im Projekt: Schon eine andere Nadel derselben Stärke, aber aus anderem Material, kann das Ergebnis leicht verändern.
  • Gedehnt gemessen: Liegt die Probe nicht flach und entspannt, zählst du zu wenige Maschen.
  • Andere Technik: In Reihen häkeln viele etwas anders als in Runden. Für ein Teil, das rund gehäkelt wird, ist eine Probe in Runden aussagekräftiger.
  • Nur einmal geprüft: Die Fadenspannung ändert sich mit der Stimmung und der Übung. Prüfe bei großen Projekten zwischendurch, ob deine Maße noch stimmen.

Probe aufbewahren

Beschrifte deine Probestücke mit Garn und Nadelstärke, zum Beispiel mit einem kleinen Anhänger. So hast du für das nächste Projekt mit demselben Garn gleich eine Vergleichsgröße und musst nicht von vorn beginnen. Alternativ notierst du die Werte in deiner ausgedruckten Anleitung.

Häufige Fragen

Muss ich für jedes Amigurumi eine Maschenprobe häkeln?+

Nicht zwingend. Wenn du ein Garn und eine Nadel schon kennst, reicht oft ein Blick auf die ersten Runden. Bei neuem Garn oder wenn die Figur eine bestimmte Größe haben soll, lohnt sich der kurze Rundentest.

Wie zähle ich halbe Maschen bei der Maschenprobe?+

Zähle alle ganzen Maschen zwischen den Markierungen und schätze den Rest als halbe Masche. Schon eine halbe Masche Unterschied auf 10 cm macht bei einem großen Teil mehrere Zentimeter aus.

Was bedeutet „gauge“ in englischen Anleitungen?+

„Gauge“ ist das englische Wort für die Maschenprobe. Meist wird sie auf 4 inches angegeben, das entspricht 10 cm, zum Beispiel „16 sc and 18 rows = 4 inches“.

Kann ich die Maschenprobe wieder auftrennen und das Garn verwenden?+

Ja. Wenn das Garn knapp ist, kannst du die Probe nach dem Messen auftrennen und weiterverwenden. Notiere dir vorher die gemessenen Werte.

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