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TECHNIKEN

Magischer Ring häkeln: Schritt für Schritt zum geschlossenen Anfang

Von Crochet-Pdf.com··5 Min. Lesezeit

So häkelst du den magischen Ring (Fadenring) für Amigurumi: ohne Anfangsknoten, mit 6 festen Maschen und erst danach zugezogen. Plus die häufigsten Fehler und wie du sie behebst.

Magischer Ring häkeln: Schritt für Schritt zum geschlossenen Anfang

Einen magischen Ring häkelst du, indem du den Faden ohne Anfangsknoten zu einer Schlaufe um zwei Finger legst, eine Luftmasche als Halt häkelst und dann zum Beispiel 6 feste Maschen in diese Schlaufe arbeitest. Erst danach ziehst du am Anfangsfaden. Die Mitte schließt sich vollständig, und dein Amigurumi bekommt kein Loch.

Warum Amigurumi fast immer mit einem magischen Ring beginnen

Viele Häkelanleitungen für Kuscheltiere starten mit dem Hinweis „6 fM in einen Fadenring“. Der Grund ist einfach: Kopf, Körper, Arme und Beine werden in Runden gehäkelt und später gestopft. Beginnst du stattdessen mit einem Ring aus Luftmaschen, bleibt in der Mitte ein kleines Loch, durch das die Füllwatte schimmern kann. Der magische Ring dagegen lässt sich nachträglich so fest zuziehen, dass keine Öffnung bleibt.

Im Deutschen heißt dieselbe Technik auch Fadenring, Zauberring oder magischer Kreis. In englischen Anleitungen steht meist magic ring oder die Abkürzung MR. Gemeint ist immer derselbe Anfang.

AnfangWie er entstehtMitteTypischer Einsatz
Magischer Ring (Fadenring)Faden als lose Schlaufe, Maschen hinein, dann zuziehenvollständig geschlossenAmigurumi, Kugeln, Köpfe
Luftmaschenring3–4 Luftmaschen mit einer Kettmasche zum Ring schließenkleines Loch bleibtDeckchen, Granny Squares, Blüten
2 LuftmaschenMaschen der ersten Runde in die 2. Luftmasche von der Nadel ausfast geschlossenAusweichlösung, wenn der Ring nicht klappt

Das brauchst du

  • Garn in einer glatten, hellen Farbe – zum Üben sieht man die Schlingen besser.
  • Eine Häkelnadel, die zum Garn passt; für Amigurumi meist etwas kleiner als auf der Banderole angegeben.
  • Eine Schere und eine Stopfnadel mit stumpfer Spitze zum Vernähen.

Magischer Ring häkeln: die Schritte

Die folgende Beschreibung gilt für Rechtshänder. Linkshänder arbeiten spiegelbildlich, also mit dem Faden in der rechten Hand.

1. Schlaufe legen – ohne Anfangsknoten

Lege das Fadenende so über Zeige- und Mittelfinger der linken Hand, dass der kurze Anfangsfaden vorne liegt. Führe den Arbeitsfaden, der zum Knäuel geht, einmal um die Finger herum und kreuze ihn über dem Anfangsfaden. Halte die Kreuzung mit dem Daumen fest. Wichtig: Hier wird kein Knoten gemacht. Ein Anfangsknoten würde die Schlaufe festlegen, und der Ring ließe sich später nicht mehr zuziehen.

2. Faden holen und eine Luftmasche häkeln

Stich mit der Nadel unter beiden Fäden der Schlaufe durch, hole den Arbeitsfaden und ziehe ihn als Schlinge nach vorne. Nun hast du eine Schlinge auf der Nadel. Hole den Faden noch einmal und ziehe ihn durch diese Schlinge. Diese Luftmasche dient nur als Halt und zählt in den meisten Anleitungen nicht als Masche.

3. Feste Maschen in den Ring häkeln

Stich wieder in die Mitte der Schlaufe, sodass Schlaufe und Anfangsfaden über der Nadel liegen. Hole den Arbeitsfaden durch (zwei Schlingen auf der Nadel) und ziehe ihn mit einem weiteren Umschlag durch beide Schlingen. Das ist die erste feste Masche. Wiederhole das, bis die Zahl erreicht ist, die deine Anleitung nennt – bei Amigurumi sind es meistens 6 Maschen.

4. Zählen, dann zuziehen

Nimm die Schlaufe vorsichtig von den Fingern und zähle die Maschen. Erst wenn die Zahl stimmt, ziehst du am kurzen Anfangsfaden. Die Maschen rücken zusammen, bis die Mitte geschlossen ist. Zieht sich der Ring nicht zusammen, hast du wahrscheinlich nicht um beide Fäden der Schlaufe gehäkelt, oder die Schlaufe wurde doch verknotet.

5. Weiterhäkeln

Bei Amigurumi geht es in der Regel ohne Kettmasche in Spiralrunden weiter: In Runde 2 häkelst du in jede Masche zwei feste Maschen und kommst auf 12. Wie du dabei den Rundenanfang mit einem Maschenmarkierer im Blick behältst, erklärt unser Beitrag zum Häkeln in Spiralrunden.

Den Anfangsfaden so sichern, dass der Ring nicht aufgeht

Der magische Ring hält nur so gut wie sein Anfangsfaden. Lass das Ende deshalb mindestens 10 bis 15 Zentimeter lang. Wenn die ersten zwei oder drei Runden gehäkelt sind, ziehe den Faden noch einmal nach. Fädle ihn dann in eine Stopfnadel und führe ihn auf der Innenseite durch mehrere Maschen, erst in eine Richtung, dann zurück in die andere. Durch den Richtungswechsel kann er sich nicht wieder herausarbeiten. Bei Stücken, die später gestopft werden, verschwindet der Rest einfach im Inneren. Mehr zum Schließen und Vernähen am Ende eines Teils findest du in der Anleitung Amigurumi schließen und Fäden vernähen.

Häufige Fehler beim Fadenring und wie du sie behebst

  • Der Ring lässt sich nicht zuziehen. Meist wurde nur um einen Faden gehäkelt. Trenne die Maschen wieder auf und achte darauf, dass Schlaufe und Anfangsfaden beide über der Nadel liegen.
  • Eine Masche zu viel oder zu wenig. Die Halte-Luftmasche wurde mitgezählt oder eine Masche vergessen. Zähle vor dem Zuziehen; danach lässt sich kaum noch korrigieren.
  • In der Mitte bleibt ein kleines Loch. Der Faden wurde zu früh vernäht. Zieh nach der zweiten oder dritten Runde noch einmal nach.
  • Der Ring geht beim Spielen wieder auf. Der Anfangsfaden war zu kurz oder wurde nur in eine Richtung vernäht. Führe ihn kreuz und quer durch mehrere Maschen.
  • Die Schlaufe rutscht von den Fingern. Halte die Kreuzung fest mit dem Daumen, oder lege die Schlaufe auf den Tisch und arbeite die ersten Maschen dort.

Wenn der magische Ring einfach nicht klappt

Gerade am Anfang fühlt sich die lose Schlaufe ungewohnt an. Eine bewährte Alternative: Häkle zwei Luftmaschen und arbeite die 6 Maschen der ersten Runde alle in die zweite Luftmasche von der Nadel aus. Die Mitte wird dadurch fast so dicht wie beim Fadenring. Ein Ring aus Luftmaschen mit Kettmasche ist dagegen für Amigurumi weniger geeignet, weil die Öffnung bleibt.

Übe den Ring ein paar Mal mit dickerem Garn und einer größeren Nadel. Wenn die Bewegung sitzt, gelingt er auch mit dem feinen Baumwollgarn, das für kleine Figuren üblich ist. Viele brauchen fünf, sechs Versuche, bis die Finger den Ablauf verstanden haben – das ist normal.

Magischer Ring mit anderen Maschen

Der Ring funktioniert nicht nur mit festen Maschen. Für flache Kreise, etwa Ohren oder Untersetzer, häkelst du halbe Stäbchen oder Stäbchen hinein und beginnst dann mit zwei bzw. drei Luftmaschen als Steigemaschen. Bei Amigurumi bleiben feste Maschen aber die Regel, weil sie das dichteste Maschenbild ergeben.

Wenn du eine unserer Amigurumi-Anleitungen nacharbeitest, steht am Anfang jedes Teils, mit wie vielen Maschen der Ring beginnt. Die Zahl in Klammern am Ende einer Runde, etwa „(6)“, nennt die Maschenzahl, die du nach dieser Runde haben solltest. Zähle sie vor allem in den ersten Runden nach – ein Fehler hier setzt sich durch das ganze Teil fort.

Kurz zusammengefasst

  1. Schlaufe ohne Knoten um zwei Finger legen.
  2. Faden holen, 1 Luftmasche als Halt.
  3. Die angegebene Zahl fester Maschen um beide Fäden der Schlaufe häkeln.
  4. Maschen zählen, dann am Anfangsfaden zuziehen.
  5. Ohne Kettmasche in Spiralrunden weiterhäkeln und den Faden später in mehrere Richtungen vernähen.

Häufige Fragen

Zählt die Luftmasche am Anfang des magischen Rings als Masche?+

In den meisten Amigurumi-Anleitungen nicht. Sie hält die Schlaufe nur zusammen. Prüfe trotzdem die Legende deiner Anleitung, denn einige Designer zählen anders.

Wie lang sollte der Anfangsfaden beim Fadenring sein?+

Etwa 10 bis 15 Zentimeter. So kannst du nach zwei, drei Runden nachziehen und den Faden anschließend in mehrere Richtungen vernähen, ohne dass er herausrutscht.

Kann ich statt 6 auch 8 Maschen in den magischen Ring häkeln?+

Ja, wenn deine Anleitung das vorsieht. Mit mehr Maschen in der ersten Runde wird der Kreis schneller breit; das wird zum Beispiel bei flachen Formen genutzt. Halte dich an die Zahl, die im Muster steht.

Mein magischer Ring ist nach dem Waschen aufgegangen – was tun?+

Dann war der Anfangsfaden nicht gut genug gesichert. Zieh die Mitte mit einer Stopfnadel und etwas passendem Garn wieder zusammen und vernähe das Ende kreuz und quer auf der Innenseite.

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