Eine feste Masche häkelst du so: in die Masche einstechen, den Faden holen und durchziehen, sodass zwei Schlingen auf der Nadel liegen, dann den Faden noch einmal holen und durch beide Schlingen ziehen. Feste Maschen häkeln ergibt ein dichtes, niedriges Maschenbild und ist deshalb die Grundlage fast jedes Amigurumi.
Was eine feste Masche ausmacht
Die feste Masche, in Anleitungen meist mit fM abgekürzt, gehört zu den vier Grundmaschen des Häkelns – neben Luftmasche, halbem Stäbchen und Stäbchen. Sie ist die niedrigste dieser Maschen, die tatsächlich eine Fläche bildet. Weil sie so kurz ist, liegen die Maschen dicht beieinander, und es entstehen kaum Lücken. Genau das brauchst du für Kuscheltiere: Die Füllwatte soll nicht durch das Gehäkelte schimmern, und die Form soll stabil bleiben.
In englischen Anleitungen heißt die feste Masche single crochet (sc), wenn die Anleitung US-Begriffe verwendet. Britische Anleitungen nennen dieselbe Masche double crochet (dc). Das sorgt oft für Verwirrung, denn das US-amerikanische dc ist ein Stäbchen.
| Bezeichnung | Abkürzung | Schlingen vor dem Abmaschen | Höhe |
|---|---|---|---|
| Feste Masche (deutsch) | fM | 2 | etwa 1 Luftmasche |
| single crochet (US) | sc | 2 | etwa 1 Luftmasche |
| double crochet (UK) | dc | 2 | etwa 1 Luftmasche |
Feste Maschen häkeln: der Bewegungsablauf
Die Schritte gelten für Rechtshänder. Wenn du mit links häkelst, arbeitest du spiegelbildlich von links nach rechts.
1. Einstechen
Stich mit der Häkelnadel von vorne nach hinten in die Masche der Vorreihe oder Vorrunde. Wenn die Anleitung nichts anderes sagt, nimmst du dabei beide Maschenglieder auf, also die zwei Fäden, die oben auf jeder Masche wie ein liegendes V aussehen.
2. Faden holen
Lege den Arbeitsfaden von hinten nach vorne über die Nadel – das ist der Umschlag – und ziehe ihn durch die Einstichstelle. Jetzt liegen zwei Schlingen auf der Nadel.
3. Abmaschen
Hole den Faden noch einmal und ziehe ihn in einem Zug durch beide Schlingen. Auf der Nadel bleibt eine Schlinge. Die feste Masche ist fertig, und du stichst in die nächste Masche ein.
Feste Maschen in Reihen
Für ein flaches Stück beginnst du mit einer Kette aus Luftmaschen. Die erste feste Masche häkelst du in die zweite Luftmasche von der Nadel aus; die erste Luftmasche dient als Wendeluftmasche. Danach folgt in jede Luftmasche eine feste Masche. Am Ende der Reihe häkelst du eine Luftmasche, wendest die Arbeit und beginnst die neue Reihe in der ersten Masche. Diese Wendeluftmasche zählt bei festen Maschen meist nicht als Masche. Wie eine gleichmäßige Luftmaschenkette entsteht, erklärt der Beitrag Luftmaschen häkeln.
Achte bei Reihen vor allem auf den Rand: Die letzte Masche einer Reihe liegt oft etwas versteckt und wird leicht übersehen. Fehlt sie in jeder Reihe, wird das Stück nach oben immer schmaler.
Feste Maschen in Runden
Bei Amigurumi werden feste Maschen fast immer in Runden gehäkelt. Du beginnst mit einem magischen Ring, häkelst die erste Runde hinein und arbeitest dann ohne Wenden immer weiter im Kreis. Die Vorderseite der Maschen zeigt dabei immer nach außen. Ob ein Teil wächst, gleich bleibt oder schmaler wird, hängt davon ab, ob du in eine Masche zwei feste Maschen häkelst oder zwei Maschen zusammenfasst. Diese beiden Techniken sind im Beitrag Zunehmen und Abnehmen beim Häkeln ausführlich beschrieben.
Feste Maschen erkennen und zählen
Oben auf jeder festen Masche siehst du ein kleines V, das aus den beiden Maschengliedern besteht. Zum Zählen folgst du diesen V-Formen. In Runden hilft ein Maschenmarkierer in der ersten Masche, damit du weißt, wo die Runde beginnt. Zähle besonders am Anfang nach jeder Runde: Die Zahl in Klammern am Ende einer Rundenbeschreibung, etwa „(18)“, nennt die Maschenzahl, die du jetzt haben solltest.
Die Schlinge auf der Nadel ist keine Masche und wird nie mitgezählt. Auch die Halte-Luftmasche am Anfang eines magischen Rings gehört bei den meisten Anleitungen nicht zur Maschenzahl.
Die erweiterte feste Masche
Eine Variante ist die erweiterte feste Masche: Du stichst ein, holst den Faden durch, ziehst den Faden dann erst durch die erste Schlinge und anschließend durch die beiden verbleibenden Schlingen. Sie ist etwas höher und lockerer als die normale feste Masche. Für Amigurumi wird sie selten gebraucht, taucht aber in manchen Anleitungen für Taschen oder Mützen auf. Steht in deiner Anleitung nur „fM“, ist immer die einfache Variante gemeint.
Typische Fehler und wie du sie behebst
- Die Maschen sind sehr fest und die Nadel kommt kaum durch: Du ziehst die Schlinge auf der Nadel zu stark zusammen. Lass die Schlinge auf dem dicken Teil der Nadel sitzen, nicht an der Spitze.
- Zwischen den Maschen sind Lücken: Die Nadel ist für das Garn zu groß, oder der Faden läuft zu locker. Versuche eine Nadel, die einen halben Millimeter kleiner ist.
- Die Maschenzahl ändert sich ungewollt: Meist wurde eine Masche übersprungen oder zweimal in dieselbe Masche gehäkelt. Ein Maschenmarkierer und regelmäßiges Zählen helfen.
- Nur ein Maschenglied erwischt: Das ergibt eine sichtbare Linie quer über das Teil. Wenn die Anleitung es nicht ausdrücklich verlangt, stichst du immer unter beiden Maschengliedern ein.
- Das Teil verdreht sich: Bei Arbeiten in Runden ist eine leichte Schrägstellung der Maschen normal und kein Fehler.
So übst du feste Maschen
Häkle zunächst ein kleines Quadrat aus 15 Luftmaschen und 15 Reihen fester Maschen. Nimm dafür glattes, helles Garn und eine Nadel, die zur Banderole passt, damit du jede Masche gut erkennst. Wenn die Ränder gerade bleiben und das Quadrat gleichmäßig aussieht, wechselst du zu Runden. Für Amigurumi lohnt es sich danach, die Nadel um 0,5 bis 1 Millimeter zu verkleinern, damit das Maschenbild dicht genug für die Füllung wird.
Gleichmäßige feste Maschen entstehen weniger durch Kraft als durch Rhythmus. Halte den Faden mit gleichbleibender Spannung über den Zeigefinger der anderen Hand und arbeite lieber langsam und regelmäßig als schnell.
Kurz zusammengefasst
- Unter beiden Maschengliedern einstechen.
- Faden holen und durchziehen: zwei Schlingen auf der Nadel.
- Faden holen und durch beide Schlingen ziehen.
- In Reihen mit einer Wendeluftmasche wenden, in Runden ohne Wenden weiterhäkeln.
- Maschen an den V-Formen zählen und die Zahl mit der Anleitung vergleichen.








